Gesamtzahl der Seitenaufrufe

Dienstag, 28. Januar 2014

Grüne Verwirrung

Tja, liebe Leute, so kann es gehen und das kommt dabei raus, wenn nicht richtig recherchiert wird.

Da bekomme ich doch über mein italienisches Netzwerk bei Facebook einen Artikel zugespielt, dessen Titel vielversprechend klingt und mir wird gratuliert, dass ich das Glück habe, in einer solch umweltfreundlichen Stadt zu wohnen:


Amburgo: addio alle auto entro 20 anni. Sarà la prima città car-free d'Europa



Was dann soviel heißt, als dass Hamburg innerhalb der nächsten 20 Jahre die erste autofreie Stadt in Europa sein wird. Hui, dachte ich mir, warum eigentlich nicht? Zumindest im Innenstadtbereich ist ein Auto (für mich) ja eher hinderlich; denn wenn ich ich die Stadt, in die HafenCity oder zum Hafen will, dann nehme ich sowieso die U-Bahn und anschließend auch mal ein StadtRad

  


In dem Artikel heißt es dann weiter:
Grazie al progetto Green Network, ad Amburgo nasceranno percorsi pedonali e piste ciclabiliper permettere a tutti i cittadini di avere a disposizione vie di comunicazione sicure che colleghino i diversi punti di interesse della città, con particolare riferimento alle aree verdi, di cui è molto ricca.

Das hört sich dann ja schon etwas anders an und so habe ich mir das Projekt "Green Network" auch mal genauer angesehen. 

Mit "Green Network" ist das Grünes Netz Hamburg gemeint, das Landschaftsprogramm der Stadt Hamburg, das als Ziel hat, Hamburg durch ein grünes Netz zu verbinden, so dass man ungestört vom Straßenverkehr im Grünen von der Stadt bis zum Stadtrand kommt. Das Grüne Netz wird dann so aussehen, dass Hamburg aus Grünen Ringen besteht, die den Stadtbereich umrunden und von denen dann jeweils Landschaftsachsen ins Randgebiet führen. 

Nachdem ich den italienischen Artikel gelesen und einen ersten Blick auf die Informationen bei hamburg.de geworfen hatte, habe ich die zuständige Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt kontaktiert, die mir dann auch prompt bestätigt hat, dass es sich mit der Bezeichnung der autofreien Stadt Hamburg um eine Falschmeldung handelt und mir die Genehmigung erteilt hat, Karten aus diesem Projekt abzubilden und zu verlinken. Vielen Dank an dieser Stelle für diese unkomplizierte Kommunikation.

Der Ursprung dieser Falschmeldung liegt offensichtlich beim Guardian, dessen Artikel dann die Runde gemacht hat, so dass sich die Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt veranlasst sah, eine korrigierende Pressemitteilung zu veröffentlichen, in der es u.a. heißt: 


Richtig ist, dass Hamburg ein grünes Netz für die Hansestadt plant. Das Grüne Netz ist ein freiraumplanerisches Konzept für Hamburg, das attraktive Erholungsräume und Parkanlagen in Hamburg über ein fahrrad- und fußgängerfreundliches Wegenetz miteinander verbindet. Dieses Konzept sieht vor, dass die Hamburger Bürgerinnen und Bürger in der Entwicklung bis 2034 ihre Stadt mit dem Fahrrad oder zu Fuß besser erleben können.

Und was ist nun damit gemeint? Eigentlich ganz einfach und einleuchtend. Hamburg ist ja eh schon eine der grünsten Städte (was die Bepflanzung angeht) und genau das ist es ja auch, was Hamburg so einzigartig macht. Es gibt kaum Ecken, an denen nicht irgendwelche Bäume, Sträucher, Grünanlagen sind. Diese werden - so verstehe ich es - fingerartig vom Stadtrand ins Stadtgebiet durchgezogen, so dass sich dieses Bild hier ergibt:


Bildrechte und Quelle: Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt

Diese Landschaftsachsen verbinden die Grüne Ringe. Das folgende Beispiel des 1. und 2. Grünen Ringes veranschaulicht es ganz toll


Bildquelle und -rechte: Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt

und die Erklärung hierzu lautet gemäß der Projektseite der Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt:


Der 1. Grüne Ring verläuft am Rande der Innenstadt auf dem ehemaligen Wallring in etwa 1 km Entfernung um das Rathaus. Der Elbpark, die Wallanlagen, Planten un Blomen und die Grünflächen bis zu den Lombardsbrücken bilden den westlichen, schon grünen Teil des Ringes. Begrünte Straßen und Plätze von der "Kunstinsel" über die Deichtorhallen und die Hafencity bis zu den Landungsbrücken sollen den Ring zukünftig nach Osten ergänzen.
Im Norden und Süden verläuft der 2. Grüne Ring am Rande der dicht besiedelten Stadt über große Parks und Grünflächen, breitere Grünzüge und schmalere Grünverbindungen. Der 2. Grüne Ring beginnt am Jenischpark und verläuft über den Altonaer Volkspark, das Niendorfer Gehege, Friedhof Ohlsdorf, Trabrennbahn Farmsen, Öjendorfer Park, Boberger Niederung, Wasserpark Dove-Elbe, Neuländer See, Harburger Stadtpark, Meyers Park bis zum Rüschpark. Die Verknüpfung der großen Grünflächen zu einem durchgehenden Grünen Ring bedarf in einigen Bereichen noch der Ergänzung.
Ich weiß ja nicht, was Ihr davon haltet, aber ich finde das Projekt unglaublich charmant. Schon heute habe ich die Möglichkeit, aus Rahlstedt mit dem Fahrrad fast nur durch Grünanlagen bis in die Innenstadt zu radeln. Zukünftig soll das also aus allen Stadtteilen möglich sein, ohne auch nur mit dem Autoverkehr in Berührung zu kommen. Hamburg wird damit zwar nicht autofrei, aber Autos werden zunehmend im Stadtverkehr überflüssig und ich schätze mal, dass die Car-Sharing Angebote zunehmen und vermehrt nachgefragt werden. Also ein wunderbarer Beitrag für die Umwelt.

Details zu dem Grünen Netz sind wunderbar bei der Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt zu finden und ich finde speziell die Planungen des Wallrings - Ihr werdet Euch sicherlich an meinen Beitrag über die Großen Wallanlagen im Rahmen meines Blogs über Hamburgs Brücken erinnern - und hier die Ausdehnung zur HafenCity spannend und ich könnte mich in den verlinkten Karten und Planungsdetails verlieren. Lest Euch da mal ein - die Grundlagen für den 1. Grünen Ring sind durch den Wallring vorhanden und die Planungen hierfür stammen bereits aus dem Jahr 1839! Es ist unglaublich, wie weitsichtig der damalige Planer Altmann die grüne Stadt Hamburg geplant hat.

Am liebsten würde ich ja jede einzelne Karte der Wallringplanungen hier zeigen und zitieren - aber dann hätte die Projektseite ja keine Berechtigung mehr und das wollen wir ja auch nicht. Also, klickt mal rüber, Ihr werdet es nicht bereuen.





Samstag, 25. Januar 2014

Trinkhalle

Nee, nee, Ihr Rheinländer, für uns Hamburger ist eine Trinkhalle kein Büdchen oder ein Kiosk, bei uns gibt es die Trinkhalle, nämlich die im Hamburger Stadtpark.



Die Trinkhalle, die zwischen 1915 und 1916 erbaut wurde, gehört neben dem Landhaus Walter und dem Planetarium zu den Parkgebäuden im Hamburger Stadtpark, die im zweiten Weltkrieg nicht zerstört wurden und feiert somit gemeinsam mit dem Stadtpark in diesem Jahr den 100. Geburtstag des Stadtparks. 

Vom Bau her ist sie wie die aus den Kurbädern bekannten Trinkhallen aufgebaut: mit einem kreisrunden Mittelbau und zwei Flügelbauten. Ursprünglich wurde in ihr Heilwasser ausgeschenkt - vor allem zum Wohle der Gesundheit der Arbeiterfamilien, die in den angrenzenden Stadtteilen Barmbek und Winterhude wohnten. Danach wurde sie als Seniorentreff genutzt und nach langer Umbau- und Restaurierungsphase im Juni 2013 wieder eröffnet. Vieles wurde originalgetreu restauriert und Teile, wie die Leuchter und die grünen Fliesen konnten sogar im Original erhalten bleiben.

Heutzutage ist die Trinkhalle ein Café mit angrenzendem Biergarten und kann als Eventlocation angemietet werden.

Aber wichtig bei dieser Kälte: es gibt dort Glühwein! Also raus mit Euch, nutzt das schöne kalte Wetter für einen Spaziergang im Stadtpark, besucht die Aussichtsplattform des Planetariums und wärmt Euch hinterher bei einem Glühwein auf. Übrigens habe ich mir sagen lassen, dass die Kuchen dort ausgezeichnet schmecken sollen. 

Und wenn Ihr dann durch den Kurgarten zur Trinkhalle schlendert, schaut Euch mal diese Bronzeskulptur an:



Sie heißt "Diana mit Hunden" und wurde im Jahr 1911 von Arthur Bock erschaffen, einem deutschen Bildhauer, der auch an den St. Pauli Landungsbrücken die Allegorien der Winde (1909) und die Justitia am Oberlandesgericht geschaffen hat. Für den Ohlsdorfer Friedhof hat er über 50 Arbeiten angefertigt und auch auf anderen Hamburger Friedhöfen finden sich Werke von ihm.






Größere Karte anzeigen



Update 30.01.2014: eine Kollegin, die Leserin meines Blogs ist, und abends immer am Stadtpark joggt, ist extra dort vorbeigelaufen, um mir ein Foto der Trinkhalle in der Dunkelheit zur Verfügung zu stellen. Vielen Dank nochmals auch an dieser Stelle dafür.




Samstag, 11. Januar 2014

Buchtipp: "Dachdecker wollte ich eh nicht werden"

Es gibt Menschen, die einem die Augen öffnen, ohne sie persönlich zu kennen. 

Bei mir ist dies zweifelsfrei Raúl Aguayo-Krauthausen. Sein Blogbeitrag "10 Dinge, die alle Eltern ihren Kindern über Behinderungen beibringen sollten" hat mich persönlich stark berührt, so dass ich mich erst einmal tiefer in seinen Blog eingearbeitet habe und seitdem offeneren Auges durch den Alltag gehe. 

So habe ich beispielsweise erstmals bemerkt, dass in Planten un Blomen Hinweisschilder für Rollstuhlfahrer angebracht sind, um auf die Steigung bzw. das Gefälle hinzuweisen.

Als ich dann via Facebook mitbekommen habe, dass am 9. Januar sein Buch auch bei amazon als Kindle-Edition erscheint, habe ich auf diesen Tag hingefiebert, weil ich es unbedingt lesen wollte.


Dachdecker wollte ich eh nicht werden - das Leben aus der Rollstuhlperspektive

Raúl Aguayo-Krauthausen sagt selbst über sich, dass er sein Leben und die Formulierung "behinderter Mensch" mag, weil eben genau diese Formulierung offen lässt, ob er behindert ist oder ob er behindert wird.

Dieses Buch habe ich verschlungen. Raúl Aguayo-Krauthausen schildert entwaffnend offen die Hindernisse, die sich einem im Rollstuhl sitzenden Menschen tagtäglich auftun, dies aber nicht in belehrendem Ton, sondern mit Humor und Tiefgang - so wie ich ihn auch aus seinen Tweets kenne. Seine Erinnerungen und Schilderungen aus seiner Kindheit haben mir das eine oder andere Mal Gänsehaut verursacht (Beispiel: Bundesjugendspiele).  

Wir Leser erfahren, welchen Einfluss DSDS auf sein erstes Projekt hatte als er sich damit beschäftigen musste, einen Nachfolger für seinen bisherigen Zivi zu finden und vor allem: aus welchen eigentlich banalen Situationen seine Projekte entstanden sind.

Aber: er geht auch auf extrem persönliche Themen wie der Wunsch nach dem ersten Kuss oder des Geliebt-Werdens ein und dem Wissen, dass es immer mal Situationen des Ausgeliefertseins und der Hilflosigkeit geben wird: wenn ihm beispielsweise zum dritten Mal das Smartphone geklaut wird. Damit muss er leider leben. Er ist nun einmal mobil eingeschränkt und kann einem Dieb nicht hinterherlaufen. Also kann er es nur so hinnehmen. 

Er sagt in seinem Buch selbst über sich, dass eine Behinderung zu haben nur eine seiner vielen Eigenschaften ist und dass sein Leben selbstverständlich aufwendiger ist als das von nicht behinderten Menschen. Aber er hat gelernt, dass sein Leben nicht ausschließlich von seiner Einschränkung geprägt ist. Und das zeigt er mehr als deutlich. Schließlich wollte er doch unbedingt auch einmal Armdrücken machen. Mit dem Ergebnis, das sich jeder denken kann. 

Schon das fulminante Vorwort von Roger Willemsen macht Lust aufs Lesen und danach habe ich Zeile für Zeile verschlungen. 

Zur Person: 

Raúl Aguayo-Krauthausen wurde 1980 in Lima geboren und hat den Gendefekt "Osteogenesis imperfecta", der auch als Glasknochen bezeichnet wird - dies allerdings als Krankheit zu bezeichnen, findet er selbst als sprachlich diskriminierend, weil eine Krankheit vielfach ansteckend und für die Pharmaindustrie lukrativ ist. Aber einen Gendefekt kann man nicht mit Medikamenten beseitigen und ansteckend ist dieser schon gar nicht.

Mit seinem Cousin Jan hat er die SOZIALHELDEN gegründet, unter deren Dach sie Projekte aufziehen, um sich sozial zu engagieren. "Einfach mal machen" lautet das Motto und stimmt ... es gehört nicht viel dazu, diese Projekte zu unterstützen:

Tausendundeine Rampe für Deutschland - ein Spendenprojekt für mobile Rampen, um Rollstuhlfahrern und Menschen mit Rollatoren den Zugang zu Einrichtungen zu eröffnen. 
Wheelmap - eine interaktive Karte zum suchen, finden und markieren rollstuhlgerechter Orte.
Pfandtastisch helfen - seinen Pfandbon an den Rückgabeautomaten spenden

Dies ist nur eine kleine Auswahl der vielzähligen Projekte der Sozialhelden. 


Dachdecker wollte ich eh nicht werden - ein absolut lesenswertes Buch, in dem natürlich auch geschildert wird, wie der Titel des Buchs entstanden ist. 




Donnerstag, 9. Januar 2014

Warum in die Ferne schweifen?

Das Gute liegt so nah vor der Haustür, warum also in die Ferne schweifen? Nur ein ganz paar Autominuten von unserem Zuhause entfernt liegt der Tonndorfer Strand, der Ausgangspunkt eines schönen langen Spaziergangs mit Hund -  immer der Wandse entlang.

Dort befindet sich auch das Freibad Ostende, ein Naturbad mit Sandstrand und großer Liegewiese.



Zu wirklich moderaten Preisen (Erwachsene 3 Euro, Kinder bis 12 Jahre zahlen 1,50 Euro) kann man hier im Freibad Ostende schöne Sommertage verbringen. Der Ursprung dieses Freibades ist eine ehemals vollgelaufene Tongrube. In der Gegend waren ganz, ganz früher viele Tongruben und Ziegeleien ansässig und aus einer der Tongruben ist eben dieser Natursee entstanden, dessen Ufer parzelliert und verpachtet wurden - bis, ja, bis die Wehrmacht 1935 Wandsbek nötigte, die Verpachtungen und Parzellierungen aufzuheben und ihr dieses Strandbad als Militär-Badeanstalt zur Verfügung zu stellen.

Bis zum Jahre 1945 war dies dann auch tatsächlich eine Militär-Badeanstalt für die Soldaten der nahegelegenen Kasernen in der Wilsonstraße. Nach 1945 wurde das Bad dann wieder der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

Rund um das Freibad führen schöne Wege immer am Ufer der Wandse entlang durch Kleingartenvereine, durch Auentäler an kleinen Fußgängerbrücken vorbei bis zum Kupferdamm.

Überquert man den Kupferdamm befindet man sich auch sofort am Kupferteich, der ebenfalls wunderbar umrundet werden kann - was wir dann auch sehr gern gemacht haben, zumal es endlich mal ein Stunde lang nicht geregnet hat.

Eingangs des Kupferteichs befindet sich ein Gedenkstein




Dieser Granitfindling liegt auf einem Hügel aus Findlingen, inmitten einer kleiner Anlage aus Kiefern und Lebensbäumen. Die Inschrift auf dem Stein lautet "Die Gemeinde Farmsen ihren gefallenen Söhnen 1914-18" und der Gedenkstein wurde bereits 1921 errichtet (damals allerdings noch in Bramfeld aufgestellt). Nach dem 2. Weltkrieg wurde noch der Zusatz "1939-45" eingemeißelt. Um den Hügel herum sind 4 Tafeln aus Gusseisen mit 50 Namen angebracht.

Pedro und ich haben dann den Kupferteich umrundet und den Spaziergang bei dem Ausblick weidlich genossen. 





Es war herrlich - wir hatten bestimmt 12 Grad (Anfang Januar!) - die Vögelein zirpten fröhlich, überall treiben Knospen und Blüten aus .... Wüsste ich nicht, dass wir erst Anfang Januar haben, freute ich mich auf den beginnenden Frühling. Aber so gehe ich erstmal davon aus, dass uns noch ein Winter bevorsteht.



Also wie gesagt: Start war der Tonndorfer Strand, dann vorbei am Naturbad Ostende (rechter Hand), immer geradeaus, über den Kupferdamm rüber, den Kupferteich umrunden und dann allerdings sind wir den Sonnenweg entlang gegangen, damit die matschigen Pfoten sich etwas "trocken laufen" konnten.

Wie man sieht, man muss nicht unbedingt groß weit wegfahren ... in Hamburg ist irgendein Naturschutzgebiet oder Auental oder Wanderweg an einem der vielen Flüsse oder Bäche vorbei immer in der Nähe. Man muss sich halt nur regenfest anziehen. Aber das kennen wir ja nun. 







Donnerstag, 2. Januar 2014

Blogparade: Aus Blogbeiträgen ein eBook machen?

Dank des Portals BlogF bin ich auf die folgende Blogparade aufmerksam geworden, die für mich wie gerufen kommt: Ann-Bettina von der ABS-Lese-Ecke hat sie gestern gestartet und die Blogparade läuft noch bis zum 28. Februar 2014: 

Aus Blogbeiträgen ein eBook machen?



Einige meiner Leser werden sich schon denken können, warum ich teilnehme. 

Aber zunächst zu den Fragen:


Was hältst du generell davon?

Sehr viel - vorausgesetzt das Thema stimmt. Von mir kann ich behaupten, das Thema zu haben; denn ich betreibe ja ein zweites Blog, nämlich das über Hamburgs Brücken, auf dem ich jeden Tag eine andere Brücke Hamburgs vorstelle. Mein Plan ist es, wenn ich mit der Vorstellung durch bin (wobei ich garantiert nicht jede der knapp 2.500 Brücken Hamburgs präsentieren kann) aus eben diesen Blogbeiträgen ein eBook zu erstellen.

Das eBook - so meine Vorstellung - wird dann quasi ein Reiseführer für die Brücken Hamburgs werden mit Tourenvorschlägen. Beispielsweise könnte eine Tour so aussehen, die Hamburger Speicherstadt anhand der Vielzahl der Brücken zu erkunden. Eingebunden wäre dann eine Karte, auf der die Brücken markiert sind.


Hast du das schon mal gemacht? Wenn ja, welche Erfahrungen hast du dabei gemacht?

Nein, das habe ich noch nicht gemacht, das ist, wie eben erwähnt, mein Plan. 

Glaubst du, dass dies für alle Blogs möglich ist?

Sofern die Blogs ein Oberthema als Klammer beinhalten, schon. 

Welche Blogbeiträge sind deiner Meinung nach dazu am besten geeignet?

Aus meiner Sicht sind Blogbeiträge geeignet, die ratgeberische Funktion haben oder sich mit Architektur, Reisen, Länder, Städte, Flüssen befassen oder Wissen vermitteln. Ein reines Bilderbuch kann ich mir nicht vorstellen.

Glaubst du, dass man dadurch ein nennenswertes Nebeneinkommen erzielen kann?

Keine Ahnung und das ist mir - ehrlich gesagt - auch egal. Ich erziele mit meinen Blogs keine Einkünfte und will es auch nicht, ich blogge just for fun rein aus Hobby und Leidenschaft. Wenn ich damit andere erfreuen kann, freut es mich natürlich; das ist mir Verdienst genug. Aber Geldverdienen steht bei mir nicht im Fokus und wird es auch nicht. Wenn mir nun irgendein Leser unbedingt eine Homepage spendieren möchte, sag ich nicht nein, aber das Pekunäre ist für mich unwichtig. 

Würdest du für ein eBook eines anderen Bloggers Reklame machen – auf deinem Blog oder in Social Media Kanälen? Unter welchen Bedingungen?

Ein eBook eines anderen Bloggers würde ich auf jeden Fall auf meinem Blog bewerben, sofern es mir persönlich gefällt und dann würde ich mein Wissen über dieses eBook auch weiter teilen. Zunächst - wenn es denn für mich wirklich spannend und relevant ist - über mein Blog und dann durch das Teilen meines Blogartikels via Twitter, Facebook und Google +. Wenn ich es "einfach nur interessant" finde, aber hierüber nicht selbst bloggen würde, teilte ich es dennoch über die Social Media Kanäle. 


Wie sieht es mit Euch aus? Könnt Ihr Euch auch vorstellen, aus Euren Blogbeiträgen ein eBook zu gestalten? Ich würde mich freuen, wenn eine Vielzahl von Blogbeiträgen an dieser Blogparade teilnehmen; neue Blogs kennen zu lernen finde ich immer spannend.

Nehmt Euch Zeit; denn die Blogparade läuft ja noch bis zum 28. Februar. Aber bitte denkt daran, grundsätzlich die Urheberin der Blogparade, Ann-Bettina, in Euren Blogbeiträgen zu erwähnen sowie Euren Post bei ihr im Kommentarfeld zu verlinken. Schön wäre es natürlich, wenn Ihr in Euren Beiträgen auch auf meinen Beitrag verlinkt.





Mittwoch, 1. Januar 2014

Wo alles begann ....

... da kann man heutzutage mittendrin beim Café sitzen und sich seinen Gedanken hingeben. Die Rede ist vom Schauraum Bischofsturm am Speersort.



Bis zum Jahr 2008 war das nicht gerade Besucher freundlich gestaltet, befanden sich die Überreste des Bischofsturms doch im Keller unter dem Gemeindehaus der St. Petri Kirche und von der Straße aus konnte man durch Kellerfenster blickend die Reste erahnen. Zugänglich waren sie zwar auch, aber mal ehrlich: wer fand das schon einladend?

Dieses änderte sich im Jahr 2008 mit dem Abriss des alten Gemeindehauses St. Petri (da, wo auch das Gläserne Studio von Radio Hamburg war) und dem Neubau des Geschäftshauses. Der Neubau stellte allerdings eine ziemliche Herausforderung dar; denn - und jetzt zitiere ich mal - der Bischofsturm bzw. dessen Überreste sollte auf keinen Fall im Heizungskeller eines Bürogebäudes verschwinden und daher wurden dem Investor drei Auflagen erteilt: es muss öffentlich zugänglich bleiben, das Denkmal darf beim Neubau nicht beschädigt werden und die Öffnungszeiten dürfen nicht eingeschränkt werden. Dass mit dem gefundenen Investor Heinz Bräuer - Chef der Hamburger Bäckereikette "Dat Backhus" dies sogar übererfüllt wurde, das konnte sich der Direktor des Archäologischen Museums damals nicht erträumen. Und nun hat man folgenden Anblick:







Besonders sympathisch ist mir die folgende Aussage des Museumsdirektors:


"Dieser Ort ist ein idealer Treffpunkt für archäologisch interessierte Touristen und Stadtführungen - zumal die „wichtigsten Voraussetzungen“ erfüllt sind: „Es gibt was zu Essen und ein Klo“, so Rainer-Maria Weiss augenzwinkernd."

Aber so ganz ohne einen Ausflug in die Geschichte möchte ich diesen Beitrag nicht beenden.

Durch die schrecklichen Zerbombungen und Zerstörungen wurde in Hamburg damals nicht lange gefackelt, wenn es darum ging, Teile zu erhalten oder abzureissen, so dass Hamburg auch den Beinamen "Freie und Abrissstadt Hamburg" erhielt. Umso glücklicher ist dann natürlich die Museumswelt, dass der hier am Speersort im Jahr 1962 entdeckte gewaltige Steinring von 19 Meter Durchmesser nicht als Trümmerschutt deklariert und beseitigt wurde, sondern erhalten blieb und als Schauraum Bischofsburg zur Außenstelle des Archäologischen Museums in Harburg erklärt wurde.

In unmittelbarer Nähe von St. Petri nämlich ließen sich vor über 1000 Jahren die ersten Bauern, Händler und Handwerker nieder, denn dort - irgendwo zwischen dem heutigen Domplatz und der St. Nikolaikirche soll nämlich die Hammaburg, die Keimzelle, der Ursprung Hamburgs gestanden haben. 

Übrigens befindet sich gleich nebenan die Steinstraße, die älteste, mit Steinen gepflasterte Straße Hamburgs - also quasi die Via Appia Antica Hamburgs. 

Detaillierter in die Geschichte des Bischofsturms kann man am besten bei Kultur-Port.de eintauchen. Den Artikel über den Schauraum kann ich nur empfehlen, er ist sehr amüsant geschrieben. Oder halt klassisch bei Wikipedia oder hamburg.de 

Wart Ihr schon einmal dort unten? Mir gefällt es sehr gut da. Nicht nur wegen des Cafés.